Portrait des Fachbereichs
Der Fachbereich Evangelische Theologie erforscht und lehrt konfessionelle Theologie im Horizont der Gegenwartskultur(en) in einer globalisierten Welt und das heißt gerade auch mit Blick auf den Beitrag von Glaube, Kirche und Religionen zur kulturellen Formierung von Gesellschaften. Die konfessionelle Perspektive reflektiert dabei den spezifischen Beitrag protestantischer Theologie. "Religion im Dialog" – das ist der inhaltliche Schwerpunkt der Evangelischen Theologie in Frankfurt: Im Rhein-Main-Gebiet leben Menschen ganz unterschiedlicher Religionen zusammen. Auf Grund seines kulturtheologischen, interdisziplinären, ökumenischen und interreligiösen Ansatzes befasst sich der Fachbereich deshalb nicht nur mit dem Leben, den Lehren und den biblischen Schriften der christlichen Kirchen, sondern zugleich auch mit den nichtchristlichen Religionen, der Religion als Teil unserer Lebenswelt sowie religionsphilosophischen Fragestellungen
Portrait des Fachbereiches
Der Fachbereich Evangelische Theologie der Johann Wolfgang Goethe-Universitat Frankfurt/Main ist Teil des Campus Westend der Universität (auch bekannt als "Poelzig-Bau" oder ehem. "IG-Farben-Gebäude"). Dort sind seit dem Fruhjahr 2001 die meisten kulturwissenschaftlichen Fachbereiche der Goethe-Universitat in einem Gebäude zusammen untergebracht. Daher konnen Sie in Frankfurt inmitten eines parkartigen Gelandes inklusive einer Mensa (so können Mittagspausen zur "Naherholung" werden!) mit direktem Kontakt zu anderen kulturwissenschaftlichen Fachern und deren Studierenden Evangelische Theologie studieren (Diplom, Pfarramt, Lehramt, Magister, Promotion). Der Fachbereich bietet fur alle diese Studiengänge die entsprechenden Veranstaltungen in Grund- und Hauptstudium an.
Dabei kooperiert er mit dem Institut fur Evangelische Theologie der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Dies bedeutet, dass einerseits Gießener Professoren/innen Lehrveranstaltungen in Frankfurt anbieten und umgekehrt, andererseits, dass die Studierenden beider Universitaten die Möglichkeit haben, Lehrveranstaltungen der jeweils anderen Universität in Evangelischer Theologie zu belegen. Außerdem ist der Fachbereich mit dem Institut für Theologie und Sozialethik der TU Darmstadt in Lehre und Selbstverwaltung verbunden. Mit dem Studienausweis als RMV-Semesterticket ist das auch von den Fahrtkosten her kein Problem. Neben den genannten "klassischen" Studiengängen der Evangelischen Theologie haben Sie in Frankfurt noch eine Reihe weiterer Studienmoglichkeiten: Sie konnen ein Magisterstudium (Haupt- oder Nebenfach) in den Fachern Religionsphilosophie oder Religionswissenschaft absolvieren. Außerdem gibt es seit 2002 ein interdisziplinares Promotionsprogramm "Religion im Dialog".
Schwerpunkt "Religion im Dialog"
"Religion im Dialog" das ist der inhaltliche Schwerpunkt der Evangelischen Theologie in Frankfurt: Im Rhein-Main-Gebiet leben Menschen ganz unterschiedlicher Religionen zusammen. Auf Grund seines ökumenischen und interreligiösen Ansatzes befast sich der Fachbereich deshalb nicht nur mit dem Leben und den Lehren der christlichen Kirchen, sondern zugleich auch mit den nichtchristlichen Religionen, der Religion als Teil unserer Lebenswelt sowie religionsphilosophischen Fragestellungen. So beschäftigt sich etwa die Praktische Theologie in Frankfurt mit der Religion, wie sie im Alltag der Menschen heute vorkommt. Und die Systematische Theologie bietet neben den klassischen dogmatischen und ethischen Veranstaltungen ständig Vorlesungen und Seminare mit religionsphilosophischer Thematik an. Die vergleichende Religionswissenschaft sucht insbesondere Gemeinsamkeiten und Unterschiede der großen Weltreligionen (Buddhismus, Hinduismus, Islam, Judentum und Christentum) genauer zu erfassen. Charakteristisch fur das Fach Altes Testament ist eine religions- und literaturgeschichtliche Ausrichtung, bei der die Einbettung der alttestamentlichen Texte in die vorderorientalische und griechisch-romische Umwelt besonders herausstellt wird. Dabei richtet sich der Fokus auf die Erhebung der in den einzelnen Schriften deutlich werdenden Theologie und Anthropologie. Das Fach Neues Testament vertritt einen interdisziplinären semiotischen Ansatz, der als Wissenschaft von den Zeichen und Zeichenprozessen des Frühchristentums umrissen werden kann und damit theologische, kulturwissenschaftliche und textwissenschaftliche Aspekte in den Mittelpunkt von Forschung und Lehre stellt. Zwischen den beiden exegetischen Disziplinen besteht eine enge Zusammenarbeit, die sich in gemeinsamen Lehrveranstaltungen, Forschungsprojekten und Exkursionen niederschlagt.
Eine weitere Besonderheit ist die 1989 von der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau gestiftete und zukunftig vom Land Hessen getragene Martin-Buber-Professur fur Jüdische Religionsphilosophie. Ihr Ziel ist neben der religionsphilosophischen Arbeit die Forderung des Dialogs zwischen Juden, Christen und nicht religios gebundenen Menschen. Als bundesweit erste derartige Professur wurde im Jahr 2003 die Stiftungsprofessur fur Islamische Religion eingerichtet. Ziel der Stiftung durch die turkische Religionsbehorde Diyanet ist es, gezielt den interkulturellen und intertheologischen Dialog zu fordern und dafur auch mit dem Islam substanziell vertraute Hochschullehrer zu gewinnen. Der Fachbereich ist zusammen mit dem Fachbereich Katholische Theologie, dem Institut fur Philosophie und einigen weiteren Professuren zudem Teil eines interdisziplinaren Forschungsschwerpunktes "Religion im Dialog". Sowohl der katholische als auch der evangelische Fachbereich haben eine eigene Professur für Religionswissenschaft und Religionsgeschichte.
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